Heute bin ich Arbeitgeber – Ein Erfahrungsbericht von der VDI Jobmesse

,

Kampf am Morgen

5:30 morgens. Ich stehe auf. Dusche. Gele die Haare. Putze die Zähne. Kippe zwischendurch immer wieder einen Schluck Kaffee in mich rein, bevor ich zum zweiten Mal die Zähne putzen muss.

Am 1. März bin ich, wie viele andere Studenten, in Mannheim auf die Jobmesse VDI Recruiting gegangen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Studenten jedoch bin ich als Host auf der Messe. Heute bin ich der Arbeitgeber.

Aufgeregt steige ich am Bahnhof ein. Im Zug bereitet mich eine Kollegin mit Informationen auf meine Rolle als Standbesatzung vor und ich gehe noch schnell die Notizen durch.

9:15 Uhr. In Mannheim angekommen laufen wir schnellstmöglich zu unserem Stand, an dem uns schon der Kurier mit unserem Standmaterial erwartet. Der Sorge ausgesetzt, meinen Anzug zu beschädigen, bauen wir den Stand und alle dazugehörigen Dekorationen auf. Meine Kollegen und ich hängen Bildschirme auf, platzieren die Messe-Wände, sortieren die Werbemittel wie ein Bouquet.

Der Stand steht und wir haben noch Zeit, uns selbst wieder herzurichten. Weitere Kollegen kommen an, die uns auf der Messe unterstützen.

11:00 Uhr. Wir sind bereit und strahlen die Ruhe in Person aus.

Das Lahmeyer-Team auf der VDI Jobmesse in Mannheim

Die Jobmesse von der anderen Seite

Dankbar dafür, dass ich nicht alleine die Firma vertrete, sondern erfahrene Kollegen noch dazugestoßen sind, stehe ich an unserem Stand und empfange Besucher. Bei einigen reicht es, lediglich kurz über die Firma zu erzählen und Werbemittel zu verteilen.

Andere Besucher leite ich weiter an unsere Ingenieure und Personaler. Sehr viele Studenten, aber auch einige Berufserfahrene, sind neugierig, da wenige andere Beratungsfirmen anwesend sind, deren hauptsächliches Geschäft von Ingenieuren durchgeführt wird.

Während unsere Personal-Mitarbeiter den Bewerbungsprozess erläutern und die Ingenieure von ihren spannenden Projekten erzählen, lade ich schüchterne Besucher mit einem freundlichen Lächeln an unseren Stand ein und kann auch einiges zum Unternehmen berichten.

Nach stundenlangem Stehen (Respekt an alle, die das jeden Tag machen müssen), bin ich froh über die Pausen. Im Vergleich zur Vorbereitungsphase kann ich mich nun äußerst gut entspannen.

Ich genieße die Möglichkeit, mit so vielen verschiedenen Menschen zu reden.

17:00 Uhr. Die Jobmesse ist vorbei, wir bauen ab und ich fahre heim.

Ich hatte vorher erwartet, dass die eigentliche Präsenz auf einer Messe den größten Teil der Arbeit ausmacht. Durch meine Messeteilnahme wurde mir jedoch bewusst, dass die meiste Arbeit in der Vorbereitung steckt.

Meine Tipps für Studenten und Absolventen

Dadurch, dass ich diesmal in die Rolle des Arbeitgebers schlüpfen durfte, habe ich eine Menge gelernt. Darum gebe ich hier meine Tipps:

Warum auf eine Jobmesse?

Meiner Meinung nach geht man vor allem auf eine Jobmesse, um viele Unternehmen kennenzulernen. Gerade Firmen, die hauptsächlich mit anderen Firmen arbeiten und nicht direkt an Konsumenten vermarkten, sind weniger bekannt und haben oft sehr coole Stellen und Karrieren. Beispielsweise haben Autofirmen bei jungen Ingenieuren und Absolventen allgemein einen sehr guten Ruf, allerdings ist da der Andrang auf die offenen Stellen groß.

Aus diesem Grund finde ich es praktisch, auf Jobmessen einfach mal nach Firmen Ausschau zu halten und sich später auch online auf deren Karriere-Webseiten zu informieren, ob spezifische Jobs angeboten werden. Nutzt die Chance und lernt einfach so viele Firmen und Personaler wie möglich kennen!

Geht am besten alleine oder mit einem Kommilitonen!

Nehmt bitte eure Eltern nicht mit. Ich meine es ernst. Ich liebe meine Familie, und wenn es nach mir ginge, müsste man sich auch nicht dafür schämen, als Erwachsener eine freundschaftliche Beziehung mit seinen Eltern zu pflegen.

Trotzdem hinterlässt es meiner Meinung nach keinen guten Eindruck, bei einer Jobmesse mit einem Elternteil oder einem älteren Familienmitglied aufzukreuzen. Schließlich ist es wichtig zu sehen, dass ihr selbständig seid und es geht ja um euch und euren neuen Job.

Zieht euch schick an!

Klar, eine Jobmesse ist kein Vorstellungsgespräch, und ich hatte auch tolle Gespräche mit Leuten, die leger angezogen waren. Die meisten Unternehmen werden es den Studenten nachsehen, wenn diese im Casual Stil angezogen sind.

Gebt euch trotzdem ein bisschen Mühe. Smart ist ein gutes Schlagwort dafür. Krawatte für die Herren und Rock für die Damen ist kein Muss. Schöne Schuhe, keine zerrissenen Hosen oder Hoodies, einfache bis schicke Oberteile und ihr seid auf der sicheren Seite. Am besten ihr schaut so aus, als ob ihr in einen eleganteren Club (nicht die Dorfkneipe!) am Türsteher vorbeikommen wollt. So mache ich das immer.

War jemand von euch schon mal als Host/Hostess auf einer Job Messe? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

2 × 2 =